22. May 2012

Literatur begegnet Psychiatrie


Literatur begegnet Psychiatrie

Anleitung von Lesegruppen für Menschen mit psychischen Erkrankungen

Lesegruppen in der Psychiatrie können weitaus mehr sein als ein Beschäftigungsangebot. Die Literatur ist reich an Texten, die aus unterschiedlichsten Geistesverfassungen heraus geschrieben wurden oder den Blick auf das verschiedenste, bisweilen von der gesellschaftlich definierten „Normalität“ abweichendem Wahrnehmen und Erleben der Wirklichkeit richten. Dieser poetische, nicht urteilende und klassifizierende Blick auf das Spektrum menschlicher Gefühle kann, jenseits eines ausschließlich von medizinisch-psychologischer Begrifflichkeit geprägten Verständnisses psychiatrischer Störungen, neue und produktive Verstehens-, Möglichkeits- und Handlungsspielräume eröffnen.

Inhalte:

  • Grundsätzliches zum Thema Literatur und Psychiatrie (Geschichte und Kritik bibliotherapeutischer Ansätze),
  • Verortung und Sinn von Literatur in der psychiatrischen Landschaft
  • Umgang mit (literarischen) Texten (Funktionen von Sprache, Sprache und Wirklichkeit, Textbegriff, Textanalyse, Textverständnis, Textinterpretation)
  • Fragestellungen zur Textauswahl (Fiktion vs. Nichtfiktion, Anspruchsniveau, "gefährliche" Texte, Textformen, formale Textaspekte)
  • Durchführung einer Lesegruppe, praktische Umsetzung
     

Am zweiten Seminartag werden beispielhaft vier unterschiedliche Texte gemeinsam gelesen und besprochen. Dieser Tag kann wahlweise nur mit den Teilnehmern des ersten Tages oder auch gemeinsam mit Nutzern der eigenen Einrichtung durchgeführt werden.

Das Seminar soll die Teilnehmer dazu zu befähigen, eine Lesegruppe für Menschen mit psychischen Erkrankungen anzuleiten. Es richtet sich an psychiatrisch tätige Personen mit entsprechender fachspezifischer Ausbildung (Fachkrankenpflegepersonal, Psycho-, Ergo-, Musik-, Kunsttherapeuten mit entsprechendem Arbeitsschwerpunkt, Psychiater, klinische Psychologen etc.).
 

Dauer: 
16 UE
Zielgruppe: 
psychiatrisch tätige Personen mit entsprechender fachspezifischer Ausbildung sein (Fachkrankenpflegepersonal, Psycho-, Ergo-, Musik-, Kunsttherapeuten mit entsprechendem Arbeitsschwer-punkt, Psychiater, klinische Psychologen etc.).